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  • AutorenbildTom David Frey

Steht der Frieden in Europa vor dem Aus?


Symbolbild - Ein Panzer wird einsatzbereit gemacht; Copyright Tom David Frey

Im Laufe der Menschheitsgeschichte waren Kriege und Konflikte die Norm. Frieden hingegen war meist nur ein hehres Ziel, oft sogar nur ein vernachlässigter Wunsch, fast immer aber unerreichbar.


Das änderte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl West und Ost sich auch nach 1945 noch zähnefletschend gegenüber standen und neuerdings vermehrt wieder stehen, verschwanden länderübergreifende Großkriege seither fast gänzlich von der Bildoberfläche.

Aber auch in dieser Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gab es sie noch, die blutigen Auseinandersetzungen. Und wenige waren es auch nicht.

Ein Novum der modernen Menschheitsgeschichte aber ist, dass sich seit Ende 1945 die größten Wirtschaftsmächte nie wieder direkt angriffen. Und so Millionen Menschenleben verschont wurden.

Stattdessen beließ man es bei geostrategischen Scharmützeln und kleineren Stellvertreterkriegen, die man zum Beispiel in den 50er Jahren in Korea aber auch danach noch in Vietnam und bis vor Kurzem in Afghanistan austrug.

Ein direkter Krieg zwischen zwei Großmächten aber blieb der Menschheit erspart.


In weiten Teilen der Welt hat das dazu geführt, dass politischer Friede sich ausbreiten konnte, der dann durch ein Zusammenwachsen von globalen Wirtschaften intensiviert und erst auf der letzten Ebene auch im Privatleben von Milliarden Menschen zur faktisch gelebten Realität gemacht wurde.



Frieden messen


Am unfriedlichsten ist die Welt in Nahost und in Nordafrika.

Am friedlichsten ist sie in Europa.

Und das friedlichste Land überhaupt ist seit vielen Jahren das in den rauen Wellen des Atlantik gebettete Island.

Am unfriedlichsten ist es, zum fünften Mal in Folge, in Afghanistan.

Die fünf Länder mit dem größten Friedensrückgang waren im letzten Jahr die Ukraine, Guinea, Burkina Faso, Russland und Haiti. Die fünf Länder mit dem größten Friedenszuwachs waren im letzten Jahr Libyen, Ägypten, Saudi Arabien, die Philippinen und Algerien.

All das ist nicht etwa die persönliche Meinung von mir oder irgendeiner anderen Einzelperson, sondern entspricht den Ergebnissen des Global Peace Index 2022, den das Institute for Economics & Peace jedes Jahr herausgibt.


Natürlich sind dessen Aussagen trotz des seriösen Studienhintergrunds mit Vorsicht zu genießen.

Denn da Frieden in der Welt sehr unterschiedlich definiert wird, ist er auch entsprechend schwer zu messen. Der Index stützt sich deshalb nur auf den sogenannten "negativen Frieden", der das Ausbleiben von Gewalt und das Ausbleiben von Angst vor Gewalt misst. Im Gegensatz zum "positiven Frieden" nämlich, der sich eher auf Faktoren fokussiert, die ein gewaltfreies Miteinander ermöglichen, wie zum Beispiel die persönliche Einstellung der Bürger eines Landes, dessen politisches System und Institutionen, ist "negativer Frieden" empirisch messbar.


Symbolbild - Das friedlichste Land der Welt: Island; Copyright Tom David Frey

Was ist Friede überhaupt?


Friede ist ein Begriff, der jeder menschlichen Kultur bekannt ist, nicht aber zwangsweise innewohnt. Die unterschiedlichen Glaubensrichtungen, Ethnien und Lebensweisen aber legen das einfache Wort sehr unterschiedlich aus. Eine feste Definition dieses oft so alltäglich gebrauchten Begriffs gibt es nicht.


Auf der Suche nach der Bedeutung des Wortes "Friede" ist man verleitet, den Duden zu Rate zu ziehen. Aber der sonst so wissend scheinende Duden gerät in Verlegenheit, konfrontiert man ihn mit der Definition des Weltbegriffs, den sich nicht wenige Protestbewegungen angeeignet haben und aus dem sie ihre Daseinsberechtigung und ethische Hoheitsansprüche ableiten. Wer für Frieden steht, kann nicht auf der falschen Seite stehen, so eine bekannte Denkweise.

Aber auch der Duden ist weder eine Instanz großer Weisheit, noch eine Quelle philosophischer Gedanken und kann das Wort nur vage interpretieren. Deshalb versucht er es, unter anderem, so:


"Zustand der Eintracht, der Harmonie" (Duden)

Und die KI? Vielleicht kann sie, die sie ihr "Wissen" aus etlichen Datenbanken, aus Millionen Texten verschiedenartiger Herkünfte und Zeiten speist, eine endgültig zutreffende Definition liefern. Vielleicht findet der Algorithmus, was wir Menschen übersehen, die wir die Dinge doch weit weniger logisch, dafür emotionaler angehen.

Aber der Cursor blinkt und blinkt. Auch der Chat, der auf jede Frage eine manchmal zutreffende, manchmal falsche Antwort weiß, scheint ins Nachdenken gekommen zu sein. Am Ende aber rafft er sich auf und schreibt einen Satz.


"Frieden ist ein Zustand der Abwesenheit von körperlicher Gewalt, Konflikten und Feindseligkeiten zwischen Individuen, Gruppen oder Nationen." (ChatGPT)

Das ist, zugegeben, dürftig.

Als bestünden wir Menschen nur aus unserem Körper und als würden unsere Gedanken, Gefühle und Charakterzüge nicht gelten.

Negativer Frieden also, ob im Friedensindex, im Duden oder bei der KI.


Da gehen die Religionen tiefer.

Sie setzen sich nicht nur mit der offensichtlich scheinenden Definition auseinander, zum Beipsiel nicht erschlagen zu werden, sie ergründen außer der physischen Natur des Menschen auch dessen Charakter. Außerdem stellen sie dem Menschen eine ethisch-unanfechtbare Autorität voran, die ihre Regeln vor politischen Brandstiftern schützen soll. Im religiösen Sinne ist Friede deshalb mehr als nur körperliche Unversehrtheit.


Aber auch im Dschungel des Glaubens ist eine finale Definition nicht leicht zu finden.


Ein möglicher Ansatz wäre, um sich dem Begriff aus einer jüdisch-christlichen Sichtweise zu nähern, ein Betrachten der Zehn Gebote, die das Grundgerüst der westlichen Ethik und Moral maßgeblich mitbestimmt haben. Wenn G-ttes Wille Friede ist, dann sollten die wenigen Regeln, die er Moses auf dem Berg Sinai übergab, gerade auch in dieser Hinsicht zielführend sein.


"Du sollst nicht morden" - Das bekannteste Gebot dreht sich, wie zu erwarten war, wieder um die körperliche Unversehrtheit. Es ist wahrscheinlich die am häufigsten falsch übersetzte Stelle der Bibel. Wo in vielen schlecht übersetzten Texten noch immer "Du sollst nicht töten" steht, lautet es im hebräischen Original "Du sollst nicht morden". Was den großen Unterschied macht, dass auch Juden und Christen generell ein Recht auf Verteidigung, auch kriegerische, nicht generell abgesprochen wird.

"Du sollst nicht ehebrechen" ist nicht nur Schutzschild vor tiefsten Verletzungen innerhalb einer Vertrauensbeziehung, sondern schützt die Institution der Familie, die für jede gesunde Gesellschaft und für alles menschliche Gedeihen Voraussetzung ist.


"Du sollst nicht stehlen" klingt fast banal - und das ist es in vielerlei Hinsicht auch. Wobei der Begriff des Diebstahls nicht nur die Bluray im Geschäft meint, die man mal eben mitgehen lassen könnte, sondern im politischen Sinne auch auf ganze Länder, auf für eine Nation identitätsstiftende Kulturgüter und final sogar auf Menschen selbst ausgeweitet verstanden werden muss (also auf Landnahme, kulturellen Genozid, Menschenhandel und Sklaverei).


Lässt sich also aus diesen und sieben weiteren Regeln Friede herleiten? Die christliche Bibel macht es nicht einfacher, wenn sie dazu folgendes sagt:


"Und der Friede G-ttes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne bewahren in Christus Jesus." (Philipper, 4,7)

Friede selbst, die Idee, scheint unser Gehirn genauso sehr an seine Grenzen zu bringen wie der Gedanke an Unendlichkeit. Ein Streben nach diesem höheren Zustand ist das, was die Zehn Gebote nahelegen. Und, ob man nun religiös ist oder nicht, die Tatsache, dass wir es nicht schaffen, Frieden schlussendlich zu definieren, lässt die Bibellehre gut aussehen.


Symbolbild - In einer Moschee; Copyright Tom David Frey

Aber auch in anderen Religionen spielt die Idee des Friedens eine zentrale Rolle. Im Islam, beispielsweise, bedeutet schon der Name selbst übersetzt "Frieden machen". Zeitgleich aber übersetzt er sich auch mit "sich Unterwerfen".


Dieses "sich Unterwerfen" steht häufig in der Kritik.

Abwegigerweise hört man diese meist von Konservativen, die sich gerne als Retter des Abendlandes sehen, als Verteidiger der in großen Zügen christlichen Geschichte des Kontinents. Als wäre Unterwerfung unter den Herrn selbst etwas verachtenswertes. Die Kritiker scheinen zu vergessen, dass auch von ihnen eine Unterwerfung unter die Zehn Gebote, und damit unter G-tt selbst, gefordert wird. Und das nicht irgendwo in den Tiefen der Bibel, nicht dort, wo vielleicht zu wenige nachsehen, sondern ganz prägnant noch in den Zehn Geboten selbst:


"Denn ich, der HERR, dein G-tt, bin ein eifernder G-tt, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten." (2. Mose, 20, 5 - 6)

G-tt setzt nicht auf eine Einsicht der Menschen, er scheint nicht davon auszugehen, dass Menschen in ihrem Naturell gut sind, sondern er schafft Friede, indem er eine drastische Drohung ausspricht und denen mit Konsequenzen droht, die sich den Frieden bringenden Regeln in den Weg stellen.


Jerusalem Gemälde Painting
Symbolbild - Ein Künstler malt ein Bild der Heiligen Stadt; Copyright Tom David Frey

Man kann Friede aber auch weltlich definieren. Die wohl minimalistischste Definition bietet die Politik, die Friede oft mit einem einfachen Ausbleiben von Konflikten synonym setzt.


Vielleicht am konkretesten auf den Punkt bringt es aber nicht die mit minimalen Ambitionen ausgestattete Politik. Der Blick in die Vergangenheit zeugt, wie so oft, von mehr Weitblick.

Ovid, ein römischer Dichter, der sich zu Lebzeiten Jesu die selben Gedanken stellte, mit denen wir noch heute ringen, brachte seine Auffassung von Frieden anders auf den Punkt:


"Nutrit pax Cererem, pacis alumna Ceres." / "Frieden nährt die Landwirtschaft, die Landwirtschaft ist ein Zögling des Friedens." (Ovid fast. I 704)


Frieden schaffen: mit oder ohne Waffen?


Die von der politischen Linken immer wieder beschworene Weise, Frieden schaffe man nur ohne Waffen, hat jahrelang die Gesellschaft geprägt.

Die Friedensbewegung der 60er Jahre baute maßgeblich auf dieser pazifistischen Sichtweise auf, die bis heute, unter dem Schutzschirm der verbündeten Atommächte, überdauert hat, zum Beispiel bei den alljährlich stattfindenden Ostermärschen, aber auch bei den neuerlichen Anti-Ukraine-Kriegs-Demos.

Nach zwei verlorenen Weltkriegen, nachdem man als Volk zum Tätervolk wurde, ist diese Annahme, ist dieser Wunsch, naheliegend. Weise macht es die Idee trotzdem nicht.


Der berühmte Kriegstheoretiker Flavius Vegetius Renatus, der im späten vierten Jahrhundert lebte, erklärte, was auch heute noch wahr ist. Eine seiner Kernaussagen ist maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die von vielen als "Zeit des langen Friedens" betitelte Phase, die bis heute anhält, eintreten konnte - nicht etwa eine pazifistische Grundhaltung.


"Si vis pacem, para bellum." / "Wenn Du Frieden willst, rüste dich für den Krieg." (Nach Vegetius)

Erst ein Gleichgewicht des Schreckens (Nukleare Rüstung der Großmächte, die zur gegenseitigen Vernichtung in der Lage ist) konnte einen tragenden Frieden schaffen, seitdem sich die Großmächte nicht mehr an die Gurgel gehen.


Das Land mit den meisten Atomsprengköpfen ist derzeit Russland. Es besitzt zwischen 5.997 (Statista) und 6.850 (Business Insider) Atomsprengköpfe.

Die USA, im Vergleich, besitzen zwischen 5.428 (Statista) und 6.450 (Business Insider) Atomsprengköpfe.


Entsprechend offen sind die Resultate des jährlich erscheinenden Rüstungsreports der in Stockholm ansässigen Organisation SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) zu bewerten, der generell anzudeuten versucht, dass ein höheres Bewaffnungsniveau mit einer höheren Konfliktrate korreliere.

In 2022 wurden die meisten Waffen, knapp 32%, in den Nahen Osten geliefert. Eine historisch instabile Region. Hier geht die These, dass Waffen Krisen machen oder zumindest befeuern, scheinbar auf.


Nach Katar und Indien, der Größenunterschied ist beachtlich, ist die Ukraine auf dem dritten Platz der Länder mit den größten Waffenimporten anzutreffen.


Auf der Exportseite zeichnen die USA mit rund 40% für den größten Anteil an Waffenlieferungen verantwortlich, gefolgt von Russland mit 16%, Frankreich mit 11%, China mit 5% und Deutschland mit 4%.


Anlass zu Sorge bereitet indes die Volksrepublik China, die sich nicht nur langsam aber sicher von Importen unabhängig zu machen scheint, da sie die meisten Waffensysteme mittlerweile selbst produziert.

Besondere Besorgnis ist deshalb angesagt, weil das Land enge Beziehungen zu Autokratien wie Russland hält und vertieft, und weil die Kommunistische Regierung alles dafür tut, einen Keil zwischen den freien Westen und den Rest der Welt zu treiben.


Die massive atomare Aufrüstung Chinas der letzten Jahre ging im Schatten der Medienhysterie der Coronazeit fast gänzlich unter.

2020 schätzten Geheimdienste die Zahl der chinesischen Atomsprengköpfe noch auf rund 200 ein. Man sagte zu dieser Zeit ein Wachstum auf 400 Atomsprengköpfe binnen zehn Jahren voraus. Diese Einschätzung allerdings ließ die Volksrepublik alt aussehen: es dauerte laut Medienberichten und Einschätzungen von Sicherheitskreisen nur etwa zwei Jahre, um die Anzahl der Atomwaffensprengköpfe im Land der Mitte zu verdoppeln. Traut man aktuellen Einschätzungen westlicher Geheimdienste und Diplomaten, so plant Peking einen weiteren Ausbau auf bis zu 1.500 Atomsprengköpfe bis 2035.


Ginge es dem Land nur um ein Gleichgewicht zu seinen Rivalen, dann könnte sich eine Aufrüstung bis zu einem gewissen Grad als langfristig friedensichernd herausstellen, so makaber die These klingt, aber im Anblick der Terrorregime, die Peking unterstützt, Nordkorea und Iran seien zuerst genannt, scheint die Entwicklung unter negativen Vorzeichen zu stehen.



Zerbricht die Idee des Friedens in der Ukraine?


Bedrohlich wirkt das atomare Arsenal Russlands für viele aber erst, seitdem das Land 2022 die Ukraine überfallen hat und seither immer wieder unverhohlen mit einem Atomschlag droht.


War es wirklich die Osterweiterung der NATO, wie von der Friedensbewegung auf der einen und von Präsident Putin auf der anderen Seite immer wieder behauptet wird, die dem russischen Präsidenten zu Recht den Angstschweiß auf die Stirn und ihn so zum Überfall trieb?


Nach der zweiten Ost-Erweiterungsrunde der NATO (2002) befand der russische Präsident Putin auf einer Pressekonferenz in Sochi auf die Frage, wie er die Muster der Ukraine-Russland-Nato Beziehungen in der Zukunft einschätze wie folgt:


"I am absolutely convinced that Ukraine will not shy away from the processes of expanding interaction with NATO and the Western allies as a whole. Ukraine has its own relations with NATO (...) At the end of the day the decision is to be taken by NATO and Ukraine. It is a matter for those two partners." / "Ich bin absolut überzeugt, dass die Ukraine sich nicht vor dem Prozess der Ausweitung der Interaktion mit der NATO und den westlichen Alliierten als Ganzes scheuen wird. Die Ukraine hat ihre eigenen Beziehungen mit der Nato (...) Am Ende des Tages wird diese Entscheidung von der NATO und der Ukraine zu treffen sein. Es ist eine Sache für diese zwei Partner." (Hier gibt's das vollständige Transkript)

Im Lichte dieser und weiterer Aussagen Putins, die sich erst im Laufe der Zeit änderten, ist viel eher anzunehmen, dass die militärische Müdigkeit des Westens Russland die Gewissheit vermittelte, eine Landnahme ungestraft durchführen zu können.

Nachdem Putin die Grenzen schon 2014 verschoben und die westliche Welt die Vorgänge einfach hingenommen hatte, nach einem desaströs überfordert wirkenden Abzug der NATO-Kräfte aus Afghanistan unter der Führung von US-Präsident Joe Biden, schien für den russischen Machthaber der Vormarsch auf Kiew unter einem günstigen Stern zu stehen.


Obwohl der Krieg in der Ukraine schrecklich ist und eine neue Dimension hat, bringt er schwerste Waffengewalt zwischen zwei Nationen doch zurück nach Europa, scheint die Zeit des langen Friedens nicht Teil der Vergangenheit zu sein.

Trotz des illegitimen Angriffskriegs auf der einen und trotz mächtiger Aufrüstung des Feindes Russlands auf der anderen Seite sehen beide Akteure von einem direkten militärischen Aufeinandertreffen ab und werden das auch in Zukunft tun. Dazu braucht es nicht Xi Jinping's mahnende Worte, das ist einem Schachspieler wie Putin, der wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren hat, selbst klar.



Die Feinde des Friedens im eigenen Land


Die größte Bedrohung des Friedens sind nicht äußere Feinde. Die hat es immer gegeben. Und zeitweise waren sie deutlich furchteinflößender, als sie es heute sind. Obwohl die Entwicklung Grund zur Sorge bietet.


Frieden zu verteidigen fällt deshalb immer schwerer, weil das Verständnis für diese historische "Anomalie", denn nichts anderes ist weitreichender Frieden im historischen und außerwestlichen Kontext, immer weiter in den Hintergrund rückt.

Wenn Generationen in der Gewissheit aufwachsen, die Welt sei ein schöner Ort und Frieden die Norm, dann verwundert es nicht, dass so wenige bereit sind, den Frieden zu verteidigen.

Wenn in Deutschland die militärische Option keine ist, weil man jeden, der den Einsatz von Gewalt erwägt als Kriegstreiber niederzumachen versucht, dann hat man aus der Appeasement-Vergangenheit Europas, die zu Hitlers Aufstieg maßgeblich mit beitrug, nichts gelernt.


Natürlich heißt das nicht, dass das Militär ständig von Land zu Land geschickt werden sollte oder darf. Aber es bedeutet, unseren Freunden, die für Sicherheit, Frieden und Freiheit kämpfen, im Angesicht von Tyrannei und möglicher Auslöschung zur Seite zu stehen. Ob in der Ukraine, die sich gegen Russland zur Wehr setzt, oder in Israel, das einem aufziehenden Konflikt mit dem sich atomar bewaffnenden Iran, der die Auslöschung Israels offen angekündigt hat, gegenübersteht. Denn am Ende geht es nicht nur um Bande zwischen uns und befreundeten Völkern. Am Ende geht es darum, den Frieden wehrhaft zu verteidigen und den Feinden des Friedens rote Linien aufzuzeigen.


"Wir werden bis zum Ende weitermachen. Wir werden in Frankreich kämpfen, wir werden auf den Meeren und Ozeanen kämpfen, wir werden mit wachsender Zuversicht und zunehmender Stärke in der Luft kämpfen, wir werden unsere Insel verteidigen, was immer es uns auch kosten möge. Wir werden an den Stränden kämpfen, wir werden auf den Landungsplätzen kämpfen, wir werden auf den Feldern und in den Strassen kämpfen, wir werden auf den Hügeln kämpfen; wir werden uns niemals ergeben." (Winston Churchill, Juni 1940)

Nie vergessen sei, dass es die aktive Aufrechterhaltung des Kriegszustands gegen Nazi-Deutschland brauchte, durchgesetzt von Winston Churchill und tausenden patriotischen Landsmännern, die es Hitler verunmöglichte, sich voll auf die Ostfront zu fokussieren und seinen Feldzug in Russland zu gewinnen. Dieser wehrhafte Krieg, den Großbritannien einem Verhandlungsfrieden mit den Nazis vorzog, ist es zu verdanken, dass die Tyrannei am Ende gestürzt werden konnte und stattdessen die Zeit des langen Friedens anbrach. Nicht Pazifismus brachte Frieden, nicht Wunschvorstellungen. Es war ein gerechter und blutiger Krieg, der den Frieden nach Europa und von dort in große Teile der Welt brachte.

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