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  • AutorenbildTom David Frey

Darum schadet Body Positivity unserer Gesellschaft



Germany's Next Topmodel ist Müll für die Psyche. Dem schließe ich mich unumwunden an. Eine Sendung, in der Frauen sich gegenseitig auf ihre Körper reduzieren – und das auf billigste Weise – ist in Zeiten von #MeToo und allen möglichen feministischen Bewegungen nur noch eine Groteske. Besonders, wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe nicht affenartige Männer mit einem zu hohen Bierpegel, sondern junge Frauen zwischen 14 - 49 Jahren sind.

Bei jeder der insgesamt 17 Sendungen, die 2022 ausgestrahlt wurden, schalteten zwischen 0,92 und 2,69 Millionen Zuschauer ein. Ein Armutszeugnis.


Allerdings kann auch die Gegenseite Gaga: wenn eine Frau, deren Kleidung die Größe XXXL hat, erklärt, es wäre Fat Shaming gewesen, als ihr Arzt ihr zum Abnehmen riet, dann klingt das so, als würde man am liebsten die Zelte abbrechen und auf einen gesunden Planeten ziehen und die Menschheit ein für alle mal vergessen wollen.


Symbolbild

Body-Positivity hat einen guten Kern


An und für sich ist nichts daran auszusetzen, wenn Menschen die Schönheit nicht nur im Ideal finden. Das ist sogar die Voraussetzung für eine gesunde Gesellschaft, die kollabieren würde, wenn Schönheit das Maß aller Dinge wäre. Es muss nicht jede Frau die Maße 90-60-90 haben und nicht jeder Mann ein Sixpack und einen Bizeps zum Bäume fällen.


Auch gibt es die Fälle von Menschen mit offensichtlichen Behinderungen.

Natürlich muss jeder, der eine ersichtliche Behinderung hat, mit dem selben Maß an Anstand und Respekt behandelt werden, wie alle anderen auch.


Dann gibt es Menschen, die massive Narben im Gesicht oder am Körper tragen. Sie stammen von schlimmsten Verbrennungen, von Unfällen oder sie sind trauriger Zeitzeuge einer Gewalttat.

Kein Mensch mit auch nur halbwegs anständigem Charakter wird sich über eine solche Person aufgrund ihres Aussehens lustig machen.


Das Problem mit der Body-Positivity ist, wie bei so vielen anderen linken Themen auch, die maßlose Übertreibung.


Menschen einzureden, Schönheit sei subjektiv, ein Zeitgeist, eigentlich gar nicht feststellbar, ist Blödsinn. Ist wider der Wissenschaft. Schon Babies wenden sich eher einer dem Ideal nahekommenden Person zu, als einem auch von der Gesellschaft eher als weniger attraktiv beschriebenen Menschen.


"Schöne" Menschen haben es im Leben auch generell einfacher. Etliche Studien wurden zum Thema erstellt und fast alle sind sie einer Meinung: attraktive Menschen haben es leichter beim Jobgespräch, der Wohnungssuche, der Partnerwahl und in vielen anderen Lebensbereichen.

Das ist keine böswillige Diskriminierung, sondern der Beweis dafür, dass Schönheit existiert und sich auf Menschen auswirkt.



Lockerroom-Talk



Butter bei die Fische. Man kann ja nicht immer nur Zahlen und Daten hin und her werfen. Eine Zusammenfassung all dessen, was ich als Mann, der fast täglich Sport macht, jeden Tag in der Umkleide zu hören bekomme. Denn die Umkleide ist der ideale Ort, wenn man verstehen will, was Männer sich wirklich wünschen.


Umkleide-Fakt 1 Männer wollen keine rappeldürren Frauen. Das Klischee, dass Männer auf Rundungen stehen, ist wahr. Diese nicht umsonst als "Fakt" gelabelte subjektive Wahrnehmung entspricht auch dem wissenschaftlichen Konsens. Der nämlich beweist, dass die Blicke von Männern jeder Altersgruppe und jeder Statur nicht lange auf dürren Frauen haften bleiben.


Umkleide-Fakt 2

Bevor die Luftsprünge machen, die die Body-Positivity auch auf XXXL-Träger ausweiten wollen, hier allerdings die subjektiv erlebte wie objektiv zutreffende Relativierung. Auch auf übergewichtigen Frauen bleibt der Blick der allermeisten Männer nicht lange haften.


Umkleide-Fakt 3 Männer wollen eine normal geformte Frau. Gerne sportlich und fit, aber eben weder dürr, noch fett. Das äußern sie in Gesprächen und das beweisen Tests mit Videobrillen, die Männern aufgesetzt wurden und die deren Pupillenbewegungen aufzeichneten, als diese sich eine Reihe von Frauen von dürr bis stark übergewichtig anschauten. Der männliche Blick scannt dabei typischerweise einmal das Feld und verharrt dann auf der Frau in der Mitte. Und das nicht, weil das einfach Geschmackssache ist, sondern aus einem evolutionär-biologisch sinnvollen Grund: Männer suchen nach einer Frau, die gesund ist. Die Nachkommen nicht nur in der Lage ist zu gebären, sondern auch, diese aufzuziehen und zu versorgen. Und das konnten auch in der Steinzeit gesunde Frauen wohl am besten.


Es ist so einfach, Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben. Ja, viele Schweinereien gehen von Individuen mit XY-Chromosomen aus – schuldig im Sinne der Anklage.

Aber der wahnwitzige Magerwahn, an dem sind Männer nur zu einem Bruchteil schuld.

Und auch der abstrakte Huldigungskult, Body-Positivity, ist meist eine von Frauen vorgetragene Thematik.



Links vs. Konservativ


Symbolbild

Menschen zu akzeptieren, die dem Schönheitsideal nicht entsprechen, ist für einen Linken unseres Jahrzehnts eine hehre Sache. Deshalb kämpft die politische Linke auch verbissen für eine Ausweitung und breite Etablierung der als Body-Positivity bekannt gewordenen Bewegung, die Abweichungen vom Ideal normalisieren und ihnen Anerkennung verschaffen möchte.


Für einen Konservativen aber ist Body-Positivity völlig selbstverständlich und hat mit Politik wenig zu tun. Denn dem Konservativen ist es vollkommen egal, ob eine Person männlich, weiblich, dick oder dünn ist. Konservative bewerten Menschen anhand ihres Charakters und ihres Handelns. Nicht nach Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder eben BMI-Wert.


Kein Unterschied also? Doch. Und zwar ein massiver.


Früher mochte ich Pesto nicht. Heute aber setze ich mich extra Abends nochmal ins Auto, um mir ein Glas dieses kulinarischen Meisterwerks zu gönnen, wenn ich Abends zu müde bin, um mich selbst noch groß an den Herd zu stellen.

Das geht aber auch politischer: Als Jugendlicher war ich aus Überzeugung bei den Grünen. Ich schaffte es sogar als Beisitzer in den Vorstand der lokalen Grünen Jugend. Heute aber weiß ich, dass es wenige Parteien gibt, die unsteter sind und mehr Blödsinn reden, als die Grünen. Was ich sagen will: Meinungen können sich ändern. Was man vor zehn Jahren noch lauthals forderte, kann man heute vehement ablehnen. Und umgekehrt.


Deshalb sollten alle, die heute Zuflucht bei linken Ideen suchen, sich darüber im Klaren sein, dass Meinungen keine Brücke sind, auf der man einen reißenden Fluss überqueren will.

Wer weiß, vielleicht wird morgen schon eine neue Opfergruppe aufgetan, die Übergewichtigen die Show stiehlt. Die vielleicht sogar die Schuld allen Übergewichtigen in die Schuhe schiebt.

Denn genau so funktioniert linkes Gruppendenken.


Konservative allerdings jubeln niemanden hoch oder machen niemanden runter, weil er Teil einer Gruppe ist. Für Konservative gilt es, den Charakter einer Person zu bewerten. Diese Brücke hält auch dann, wenn sich die politische Stimmung ändert. Aber natürlich muss man diese Brücke Stein für Stein bauen: man weiß nicht von vornherein, wer Freund und wer Feind ist. Wo man links ein klares Feindbild hat, versuchen Konservative, das Individuum nach dessen Charakter und Handeln zu bewerten. Ein langer und kraftraubender Prozess, aber ein lohnenswerter.



Schönheit - Braucht man das oder kann das weg?


Symbolbild

Aber zurück zur Body Positivity.


Natürlich ist es frustrierend, wenn man nach sechs Monaten, während derer man täglich hart trainiert hat, nicht mit der gewünschten Strandfigur belohnt wird, die man sich erhofft hatte. Natürlich ist es entnervend, wenn die Kilos nicht wollen, wie sie sollen und auch, wenn der Bizeps einfach nicht schwarzeneggern will.


Deshalb stellt die Body-Positivity Debatte die Gesellschaft vor eine akute Frage: wenn Schönheit kein Ideal ist, weil sie so schwer oder oftmals gar nicht zu erreichen ist, kann sie dann weg? Ab mit ihr, auf den Friedhof der unerreichten Ziele?


Sollte "schönen" Menschen einfach untersagt werden, ihre Körper zur Schau zu stellen? Weg mit ihnen aus Werbungen, aus Film und Fernsehen? Sollte man dafür sorgen, dass Models, am besten per Gesetz, grundsätzlich overweight sein und einen Pickel auf der Nase haben müssen, nur, um ja niemandem ein schlechtes Gefühl zu vermitteln? Sollte man das tun, um alle die zu befrieden, denen die äußerliche Perfektion selbst nicht gelingen mag? Damit sie sich nicht ärgern müssen über ihre Maße, fehlenden Muskeln, über unreine Haut und nicht vorhandene Symmetrie?


Nein. Eine direkte oder indirekte Verbotsdebatte ist ein Faß ohne Boden.


Man vergesse nicht, dass Schönheit auch Erbsache ist. Natürlich kann man durch eine gesunde Ernährung, Sport und Kosmetik noch nachhelfen. Aber die Veranlagung spielt eine maßgebliche Rolle.


Denn Menschen sind von Geburt an mit verschiedenen Fertigkeiten, Eigenschaften und Charakteristiken ausgestattet. Schönheit ist nur eine erbbare Eigenschaft von vielen.


Wie steht es um Fragen der Intelligenz, die eben auch viel mit erblichem zu tun haben?

Noch fordert keiner ein Verbot von hochwissenschaftlichen Publikationen oder von Weltliteratur, nur, damit sich Minderbemittelte nicht von den Genies der Gesellschaft auf den Schlips getreten fühlen. Denn spielt man das Spiel der Positivity weiter, dann wäre ein komplexes intellektuelles oder wissenschaftliches Werk ein Affront gegenüber den Zuschauern von Berlin Tag & Nacht, die ihre Inhalte dann als gleichwertig anspruchsvoll durchsetzen dürften.


Und was ist mit bestimmten Charaktereigenschaften, die ebenfalls von der Genetik mitbestimmt werden? Was machen mit der schillernden Persönlichkeit, die, ohne jemandem Böses zu tun, auf der Party alle anderen langweilig aussehen lässt? Extrovertiertheit verteufeln? Oder Introvertiertheit in den Medien massiv hochloben? Jedes schüchterne Wegducken zu einer Heldentat erklären, nur damit der von Natur aus extrovertierte ja nicht mehr schillert, als die anderen?


Oder sollten wir einfach akzeptieren, dass Unterschiede existieren und der eine hier und der andere dort die Nase vorne hat?



Gesundheit vs. Gefühl


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Kommen wir zum anfangs genannten Beispiel zurück. Ist es Fat Shaming, wenn ein Arzt seiner stark fettleibigen Patientin zu einer Diät rät? Wer seine verbliebenen drei Hirnzellen auch nur halbwegs beisammen hat und nicht linksverwirrt ist, der weiß, dass der Arzt hier im Interesse seiner Patientin zu exakt der richtigen Therapie geraten hat. Das Gewicht muss weg. Das ist keine Diskriminierung.


Wo Menschen, die kräftig gebaut meist vollkommen gesund sind, trifft das bei Individuen mit Fettleibigkeit, also bei Menschen mit einem BMI höher als 30, einfach nicht zu.


Mehr als 10% der Menschen, die in Deutschland 2019 starben, starben an den Folgen ihrer akuten Fettleibigkeit. Das summiert sich auf sage und schreibe mehr als 100.000 Tote. Hinzu kommen viele weitere Tote, die durch ihr Übergewicht, was von Fettleibigkeit zu unterscheiden ist, speziell ihr Herz zusätzlich belastet haben, was ein Versagen begünstigte. In Wahrheit sprechen wir also von weit mehr als 100.000 Toten durch Übergewicht.


Würde ein Arzt aus politischen Gründen dazu angehalten, vielleicht am Ende sogar dazu verpflichtet werden, die Gefühle seiner Patienten nicht zu verletzen, dann könnte er seinen weißen Kittel auch gegen eine schicke Badehose mit Hai-Mustern eintauschen und Caipirinha-schlürfend in der Türkei Urlaub machen.

Denn ein Mediziner, der ein akutes Gesundheitsrisiko feststellt, handelt niemals falsch, wenn er seine Patienten darauf anspricht - und sie eindringlich vor den Folgen warnt.


Ich möchte mir kein Land vorstellen, indem mein Arzt meine Gefühle derart respektiert, sich gar davor fürchtet, mich zu kränken oder zu frustrieren, dass er mit der Wahrheit nicht mehr herausrückt.



Veränderung schaffen


Symbolbild

Natürlich ist das mit der Schönheit kompliziert. Denn viele Jugendliche werden in der links-liberalen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts geradezu dazu getrieben, sich ständig mit Beauty-Themen zu befassen. Berieselung fast rund um die Uhr. Am Fernseher, am Computer und bei Social Media sowieso.


Was früher eher ein Problemfeld für junge Mädchen war, erfasst heute auch zunehmend Jungs und junge Erwachsene. Dem Schönheitswahn wird gefrönt, auch dann, wenn mit gesundheitlichen Folgen zu rechnen ist. Makellosigkeit wird gefeiert. Oftmals gerade dort, wo am meisten davon die Rede ist, dass "wir alle schön" sind. Nicht selten schreiben die attraktivsten Models unter ihre Fotos, wie unwichtig doch Aussehen sei. Und dafür werden sie dann paradoxerweise gefeiert.


Als Vorbild in Sachen Kampf dem Beauty-Wahn kann Skandinavien betrachtet werden.

Dort nämlich ist das Modeln verboten, wenn eine von Medizinern festgelegte Gewichts/Größen-Relation nicht mehr eingehalten wird. Magermodels sind dort, aber auch in Ländern wie Frankreich, Israel und Spanien, seither Teil der Vergangenheit.


Aber zum Schutz der Jugend geht noch mehr: Israel legte 2012 vor, als es ein Gesetz verabschiedete, nachdem ein nachträgliches "verdünnen" eines Models am Computer angezeigt werden muss. Ähnliche Regeln gibt es auch in Frankreich. Norwegen geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort müssen Influencer bei Social Media in werblichen Postings etwaige Manipulationen offenlegen, sollten ihre Körper in den Kategorien Form, Größe oder Haut von der Realität abweichen.


Vorstellbar wäre auch eine Internetkontrolle nach dem Vorbild der FSK, die in der Filmbranche festlegt, ab welchem Alter welche Inhalte geschaut werden dürfen. Wie so etwas mit Millionen von Postings rechtlich wie technisch umgesetzt werden könnte, ist eine Debatte für ein anderes Mal.


Wichtiger aber als Regeln, die am Ende der Realität doch nur hinterherhinken, ist deswegen auch ein Neujustieren des Kompass. Weg von Oberflächlichkeiten – hin zu Inhalten.

Wieder eine Charaktergesellschaft sein anstatt nach Hyperindividualität zu rufen, anstatt Fettleibigkeit zu huldigen, die im Resultat meistens an eine verrückte Uniformiertheit erinnert und mit Individualismus so viel zu tun hat wie eine Ananas mit einem Helikopter.


Deshalb beginnt diese Reise nicht der Gesetzgeber. Und auch nicht die Body-Positivity Bewegung.

Diese Reise beginnen Eltern, die streng überwachen, was ihre Kinder da bei Social Media machen. Die schädliche Apps wie TikTok generell verbieten und das Verbot auch technisch umsetzen. Die dafür sorgen, dass ihre Kinder neben Wissen auch Weisheit und Werte lernen. Damit sie nicht Einser-Kandidaten per se großziehen, sondern in erster Linie gute Menschen.

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