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  • AutorenbildTom David Frey

Warum schweigst Du?

Je mehr wir eine negative Reaktion fürchten, desto schneller klinken wir uns aus einer Debatte aus.


Obwohl wir etwas fürchten, sprechen wir es nicht aus. Trauen uns nicht.

Obwohl wir eine gute Idee haben, gehen uns die Worte nicht über die Lippen. Jemandem könnten meine Gedanken ja nicht passen und emotional negativ aufstoßen.

Und obwohl ein Notstand mittlerweile unübersehbar ins Auge springt, schweigen wir, weil wir fürchten, am Ende alleine dazustehen.

Warum es dennoch wichtig ist, den Mund zu öffnen und mitzureden. Ein kurzes Essay.




Mehr, als nur ein schlechtes Gefühl?


Immer mehr Menschen sind sich mittlerweile bewusst, dass es in Deutschland wahrlich nicht gut läuft, dass die Jubeljahre vorerst beendet scheinen.


Stichworte gibt es wie Sand am Meer:

Da ist die Inflation, die vom totgesagten Schreckgespenst zur traurigen Realität geworden ist.

Außerdem ist da die Migration, die in weiten Teilen ungeregelt vollzogen wird, die Menschen gegeneinander ausspielt und auf allen Seiten für Enttäuschung sorgt.

Auch die Sorge um Arbeitsplätze ist dieser Tage ein steter Begleiter – wer weiß schon, ob die – nächstes Stichwort – Rezession sich nicht am Ende doch noch ausweiten wird?

Aber auch der Krieg in Europas Osten treibt allen Seiten den Angstschweiß auf die Stirn, nicht nur aus Angst vor dem drohenden Kugelhagel. Alleine die fällige Rechnung für die Gasheizung reicht dazu aus.

Und der beflügelte Zins lässt den Traum des eigenen Häuschens oder der eigenen Wohnung unerschwinglich erscheinen. Ganze Existenzen scheitern an der kleinen Zahl, die ständig im Wandel ist und die am Ende doch gewichtiger daherkommt, als viele es geahnt hatten.

Die Sorge, auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit ein Messer in die Brust gerammt zu bekommen, erschien vielen Bürgern wohl nie so greifbar und real, wie heute.

Auch die Angst vor Klimatoten ist in den Medien zum Dauerbegleiter geworden, der die Menschen stets mit der Auslöschung ihrer Existenz bedroht. Fast 24/7. Auf allen Kanälen.

Als wäre all das nicht genug, werden die Muskelspiele der neuen multipolaren Weltordnung zunehmend sichtbar: China rasselt mit dem Säbel, aber auch Joe Biden scheint mittlerweile zu allem bereit.


Wer in die Zukunft denkt, der fürchtet sich vor dem Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf Arbeitsplätze, auf Sicherheit und Wohlstand, auf Kultur, Kunst und zivilisatorische Fortschritte.

Da erscheint die Sorge vor einem nahenden Kollaps des Wohlstands durch eine Verwahrlosung des Bildungswesens fast schon nebensächlich. Aber eben nur fast.


Die Liste ließe sich fortsetzen.



Feinde zu haben, macht Angst


In einer vom Wohlstand verwilderten Gesellschaft, so paradox das auch klingen mag, macht dabei nichts mehr Angst, als für die eigenen Worte auf Widerstand zu stoßen – und am Ende möglicherweise alleine dazustehen.


Männer, denen im modernen Westen von unbedarften Feministen jede Männlichkeit abgesprochen wurde – Männer also, die im Glauben aufwuchsen, ihre Stärke sei per se toxisch und ihr Tatendrang und Denken generell kontrollsüchtig, schlecht und ungerecht – fühlen sich nirgendwo wohler, als in den sanften Armen der Zustimmung, des Abnickens, des Wegduckens und des Nichtstuns.


Wer überbehütet und betüdelt aufgewachsen ist, wem die Problembewältigung in der Schule von den fürsorglichen wie militanten Eltern abgenommen wurde, wer an der Uni gelernt hat, dass Widerspruch und Gewalt im Zweifelsfall dasselbe ist, außerdem, dass jede Männlichkeit repressiv ist, für den droht eine Welt zu zerbrechen, wenn den eigenen Worten am Ende wütende Gegenrede entgegenschlägt.


Wer sich seines eigenen Verstandes bedient, der wird früher oder später an einen Punkt gelangen, an dem ihm oder ihr Ungereimtheiten auffallen, die nicht zu übersehen und nicht von Jan Böhmermann weg-zu-blödeln sind:


Wie verträgt es sich beispielsweise, wenn Grüne den unbegrenzten Zuzug von jungen Männern aus muslimischen Ländern fördern, zeitgleich aber mit Vehemenz auf "Transrechte" pochen, die den allermeisten Zuwanderern von Grund auf widerstreben?


Wie ist es zu verstehen, dass man, um das Klima zu schützen, moderne Atomkraftwerke herunterfährt, nur, um klimaschädliche Kohlekraft zur Stromerzeugung zu nutzen?


Wie kann es sein, dass die Inflation da ist, die doch jahrelang als ein Hirngespinst einiger verworrener Wirtschaftswissenschaftler und des einen oder anderen Aluhutträgers dargestellt wurde?


Und warum überfiel Präsident Putin die Ukraine? Wurde er nicht jahrelang als enger und verlässlicher Partner verkauft? Hatten die "Falken", die schon vor Jahren warnten, vielleicht am Ende doch nicht nur kriegerische Fantasien, sondern warnten ohne bösen Hintergedanken vor objektiven Gefahren?



Wovor fürchtet man sich am meisten?


Das Leben ist verworren und angsteinflößend. Menschen, die das Gegenteil behaupten, kann man getrost als verwirrt, prahlerisch oder dumm betiteln – denn Angst ist ja nicht per se schlecht. Auch manch ein Mann, dem das eigene Ego im Weg steht, könnte zu dem Schluss kommen.


Natürlich ist es normal, sich vor einer eventuell emotionalen Reaktion des Bekanntenkreises zu fürchten, wenn man seine politische Meinung kundtut – oder gar nur eine Observation.

Ebenso ist es nur menschlich, sich vor Ausgrenzung zu fürchten und vor Zurückweisung.


Dennoch sollte sich jeder am Ende die Frage stellen, wovor er sich mehr fürchtet: vor einer möglichen Reaktion auf die eigenen Worte – oder aber davor, offensichtliche Missstände unwidersprochen stehenzulassen. Mit offenem Ausgang.

Letzteres Szenario erinnert an die tapferen Männer, die auf der untergehenden Titanic dennoch weiter fröhlich Musik spielten, um vom nahenden Ende abzulenken – zugegeben hatten diese auch wenig andere Möglichkeiten.


Wir aber – wohlgenährte und großteils gebildete Bürger des politischen Westens – haben die Möglichkeit, Missstände zu thematisieren.

Und wir sind als mündige Bürger, die das Grundgesetz und die Werte, dem es entspringt, in Gefahr wähnen, sogar dazu verpflichtet – uns selbst und unseren Kindern gegenüber – wenigstens den Mund aufzumachen.

Denn unser Land droht nicht im eiskalten Atlantik zu versinken. Unser Land steuert in eine schlechte Richtung, kann aber wieder auf Kurs gebracht werden. Dieses Mal gibt es ein Rettungsboot für alle. Es heißt Bürgerbeteiligung.


Wer den Mund aufmacht, der muss es in Kauf nehmen, dass der Sturm kommen wird. Und sogar kommen soll. Denn ohne Kampf wurde noch keine Schlacht geschlagen.


Denn am Ende – wenn man sich das Resultat vor Augen führt – wäre es viel gefährlicher, stumm zu bleiben und einfach die Musik lauter zu drehen, um ja das beängstigende Rauschen des kalten Meeres zu übertönen, als den Mund zu öffnen und auf dem Boden des Grundgesetzes einen neuen Kurs zu setzen. Trotz all der Stürme. Das schulden wir den Menschen, die auf dem großen Schiff namens Europa in unruhigen Gewässern planlos von den Wellen hin und her geschaukelt werden und die auf eine gute Zukunft hoffen.

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Tom in Israel, Kibbuz Kfar Aza.jpg

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